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NP Hohe Tauern: Grösstes Klassenzimmer Österreichs

Nationalpark diskutiert in Rauris Qualitätsstandards in Umweltbildung

 
(Mittersill, 24.10.2008) Zwei Tage, vom 23. – 24. Oktober wurden im neuen Nationalparkhaus ‚Könige der Lüfte’ in Rauris neue Wege in der Umweltbildung diskutiert. Rund 50 TeilnehmerInnen aus ganz Österreich – hauptsächlich PädagogInnen und Nationalpark MitarbeiterInnen – nutzten die Gelegenheit, von namhaften ExpertInnen die aktuellen umweltpädagogischen Ansätze und Theorien zu erfahren und im Rahmen von zwei spannenden Exkursionen gleich in die Praxis umzusetzen. Mit dem Engagement im Bereich der Umweltbildung hat der Nationalpark eine große Verantwortung übernommen, schließlich geht es darum, junge Menschen für den Umgang mit den natürlichen Ressourcen zu sensibilisieren. Hinsichtlich fachlicher Inhalte, Pädagogik und Didaktik gilt deswegen im Nationalpark die laufende Fortbildung und der Erfahrungsaustausch mit PädagogInnen ebenso als Selbstverständlichkeit.
 
Birgit Karre von der Hochschule für Agrar-/Umweltpädagogik in Wien ging der Frage nach, welche Herausforderungen an die Umweltbildung im schulischen und außerschulischen Bereich jetzt und in Zukunft gestellt werden. Einen Brückenschlag zwischen Umweltbildung und naturwissenschaftlichem Unterricht knüpfte Franz Rauch von der Universität Klagenfurt. Möglichkeiten des Projektunterrichts an Schulen zur Thematik Umwelt stellte Martin Scheuch vom Kompetenzzentrum Biologie in Wien vor. Die internationale Perspektive brachte Nathan Spees ein. Er stellte die Ansätze nordamerikanischer Umweltbildungsarbeit vor.
 
Weiters erprobten die TeilnehmerInnen aus ganz Österreich anhand von zwei Exkursionen die Ansätze in der Praxis. Und diese konnten unterschiedlicher nicht sein. Bei der ‚Faszination der Dunkelheit’ wurde nachempfunden, wie sich der Mensch abseits aller Hilfsmittel und Wege in der freien und vor allem nächtlichen Natur zu recht findet. Nach dem ersten ‚Schock’ wurden in faszinierender Weise die ureigensten Sinne, Natur zu entdecken geweckt. Konträr dazu der Ansatz des Geocaching, das mittels GPS Daten durch die Natur führt. Hier wird modernste Technik der Gegenwart mit Natur pur verbunden.
 
Was dabei nur Animation ist und was wirklich zur nachhaltigen Umwelt- und Bewusstseinsbildung beiträgt, das will man in der Nationalparkverwaltung künftig noch mehr trennen. Die ExpertInnen und TeilnehmerInnen waren sich einig, dass gerade in den größten Klassenzimmern Österreichs – den Nationalparks – die Qualität im Vordergrund stehen und laufend evaluiert werden muss. Dem Trend, die Erfüllung des Bildungsauftrags im Rahmen der Nationalparkidee, auf das Zählen von Besuchern und Teilnehmern zu beschränken, wurde eine klare Absage erteilt. Qualität vor Quantität, das wird letztlich seitens der Gesellschaft von der Nationalparkbildungsarbeit erwartet.
 
 
NPHT
 
Foto (NPHT): NP-Dir Wolfgang Urban mit den Umweltbildungs-ExpertInnen Tanja Kaiser, Hochspeyer, Birgit Karre, Hochschule für Agrar-/Umweltpädagogik Wien und Nathan Spees, Alaska University (v.l.n.r.) 
NPHT
 
Foto (NPHT): Das Nationalparkhaus 'Könige der Lüfte' bot das richtige Ambiente für das Thema der Tagung 'neue Wege in der Umweltbildung' 

 

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24.10.2008,