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Mineraliensammler – Partner im Nationalpark Hohe Tauern

Fortsetzung des mineralogisch – wissenschaftlichen Projektes sicher gestellt

 
(Mittersill, 07.03.2008) Jährlich sind die Mineralientage in Bramberg Anziehungspunkt für hunderte von Mineraliensammlern aus Nah und Fern. Vom 07. bis 09. März dieses Jahres wurde wieder ein attraktives Programm an Fachvorträgen und Ausstellungen zusammen gestellt. Für die vielen einheimischen "Strahler" stehen natürlich auch die in der vergangenen Sammlersaison gemachten Funde im Mittelpunkt des Interesses. "Die meisten dieser Funde heimischer Mineraliensammler stammt aus dem Nationalpark Hohe Tauern", berichtet der Obmann der Mineraliensammler Erwin Burgsteiner, "und das ist nicht nur aufgrund der Einzigartigkeit und Faszination der Kristalle aus den Hohen Tauern eine sehr erfreuliche Tatsache".
 
Schon bei der ersten rechtlichen Einrichtung des Großschutzgebietes "Nationalpark Hohe Tauern" vor 25 Jahren war klar, dass vor allem in der Kernzone das freie Mineraliensammeln ein großes Konfliktpotenzial in sich birgt. Tatsächlich kam es auch zu ersten Anzeigen, zu behördlichem Einschreiten und in der Folge zu Misstrauen und Verständigungsproblemen auf beiden Seiten. Bis seitens der Salzburger Nationalparkpolitik ein Weg eingeschlagen wurde, dem weder im Kärntner noch im Tiroler Anteil des Nationalparks Vergleichbares gegenüber steht. Es wurde versucht, die rund 150 in der Salzburger Nationalparkregion einheimischen Mineralienfreunde im Rahmen eines wissenschaftlichen Kooperationsprojektes eine geordnete Sammeltätigkeit nach dem Nationalparkgesetz zu ermöglichen. Ende der Sammelsaison 2007 waren nun alle Genehmigungen abgelaufen und es wurde erforderlich, über eine neuerliche Verlängerung nachzudenken. Eine Evaluierung und Beurteilung des bisherigen Projektablaufes ergab durchwegs eine positive Erfahrung auf beiden Seiten.
 
Nationalparkdirektor Wolfgang Urban: "Das mineralogisch wissenschaftliche Projekt des Nationalparks Hohe Tauern mit den einheimischen Mineraliensammlern kann heute als klassische 'win-win' Situation gesehen werden. Auf der einen Seite können die Mineralieninteressierten aus der Nationalparkregion ganz legal ihrer Leidenschaft nachgehen, auf der anderen Seite stehen der Wissenschaft über die Fundprotokolle und Analysen der Fundstücke zahlreiche neue Erkenntnisse von der Mineralparagenese bis hin zur Entstehung des Tauernfensters und der Alpen offen."
 
Die Wissenschaft ist für die engagierten Mineraliensammler keinesfalls nur ein "Alibi" zur Ermöglichung ihres Hobbys. Das zeigt sich auch bei den Mineralientagen in Bramberg, wo Geologen und Mineralogen aus dem In- und Ausland Vorträge halten und Kontakt zu den Sammlern pflegen. Gerade ein international anerkannter Nationalpark ist zu aktiver wissenschaftlicher Arbeit in allen naturwissenschaftlichen Disziplinen verpflichtet, sieht Urban die Fortsetzung des Projektes auch sehr im Interesse des Nationalparks. Mit den wissenschaftlich verantwortlichen des Projektes Univ.-Prof. Dr. Franz Walter vom Institut für Erdwissenschaften der Universität Graz und Dr. Karl Forcher vom Haus der Natur in Salzburg ist ein hohe fachliche Qualität garantiert.
 
Mittlerweile geht die Unterstützung der Mineraliensammler durch die Nationalparkverwaltung weit über das bloße Erteilen von Bewilligungen und die Beauftragung wissenschaftlicher Projekte hinaus. 2008 wird die Nationalparkverwaltung den Ankauf modernster optischer Geräte zur Bestimmung der Kristallfunde unterstützen und im Herbst zu einer großen Mineralientagung ins Nationalparkzentrum einladen. Wie die Grundeigentümer, die Jäger und die Fischer, so sind auch die Mineraliensammler als wichtige und verlässliche Partner der Nationalparkverwaltung zu verstehen, sind sich Burgsteiner und Urban über die weitere Zusammenarbeit einig. 

NP Hohe Tauern
 
V.l.n.r.:  Professor Dr. Franz Walter, Obmann Erwin Burgsteiner und Nationalparkdirektor DI Wolfgang Urban vor der Kristallkluft im Nationalparkzentrum in Mittersill  
NP Hohe Tauern
 
V.l.n.r.: Professor Dr. Franz Walter, Obmann Erwin Burgsteiner und  Nationalparkdirektor DI Wolfgang Urban vor dem Tauernfenster im Nationalparkzentrum in Mittersill
 

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07.03.2008,